Universitätsaugenklinik Salzburg
Universitätsaugenklink Salzburg Keratokonus


Häufigkeit und Ursachen
Der Keratokonus tritt in der Bevölkerung bei ca. einem von 2000 Menschen auf. Die Ursachen des Keratokonus sind heutzutage noch nicht genau bekannt. Er kommt familiär gehäuft vor, was unter anderem auch für eine vererbte Ursache sprechen kann. Der einzige gesicherte Umstand, der ein hohes Risiko für die Entstehung eines Keratokonus darstellt, ist heftiges und häufiges Augenreiben über Jahre hinweg (zum Beispiel bei Allergien).

Symptome
Beim Keratokonus kommt es zu einer vermehrten Vorwölbung der Hornhaut. Da die Hornhaut ein wichtiger Bestandteil der Optik des Auges ist, entsteht dadurch eine Reihe verschiedener Symptome: diese umfassen Schwankungen in der Sehschärfe, eine Abnahme der Sehschärfe trotz Korrektur mit Brillenglas oder Kontaktlinse, das Wahrnehmen von Lichtringen um Leuchtquellen ("Halos") sowie eine erhöhte Lichtempfindlichkeit und Blendung.

Augenerkrankung: Keratokonus

Keratokonus

Zeitlicher Verlauf
Wir unterscheiden zwischen einer "stillen" Form des Keratokonus, der sogenannten "Forme Fruste" und dem voranschreitenden Keratokonus, der "progressiven" Form.

Forme Fruste: Die "Forme Fruste" ist 10mal so häufig wie die fortschreitende Form. Sie erzeugt in der Regel keinerlei Symptome und ist für den Patienten von einer normalen Hornhautverkrümmung, die über ein Brillenglas korrigiert wird, meist nicht zu unterscheiden. Entdeckt wird sie häufig zufällig anlässlich einer augenärztlichen Kontrolle. Sie muss nur ärztlich beobachtet, bei stabilem Zustand aber nicht behandelt werden.

Progressive Form: Diese ist aggressiv und kann sich bereits im Teenageralter bemerkbar. machen. Mit Fortschreiten der Erkrankung wird die Korrektur der Sehschärfe mittels Brillengläsern immer schwerer, da die Vorwölbung der Hornhaut unregelmässig ist.

Keratokonus Topgrafie

Topographie

Ein solch unregelmässiger "Astigmatismus" (Hornhautverkrümmung) kann besser durch formstabile Kontaktlinsen korrigiert werden, da diese die gröbsten Unebenheiten durch den Tränenfilm unter der Kontaktlinse ausgleichen können. So ist in einer bestimmten Phase der Erkrankung eine gute Sehversorgung möglich, bei der Betroffene bis zu 100% Sehkraft erreichen können.

Nimmt die Vorwölbung der Hornhaut jedoch weiter zu, so kommt der Zeitpunkt, an dem auch formstabile (harte) Kontaktlinsen nicht mehr getragen werden können, da sie immer wieder herausfallen. In manchen Fällen kann dann durch Implantation von Ringsegmenten (Intacs) in die Hornhaut noch eine Verbesserung der Sehleistung mit Brille erzielt werden.

Mit der zunehmenden Auswölbung wird die Hornhaut unterhalb der Zentrums immer dünner.
Es kann zur Wasseransammlung und Vernarbung kommen. Dies setzt die Sehschärfe auf Dauer herunter. Die bislang einzige Möglichkeit der Therapie bestand darin, die erkrankte Hornhaut zu entfernen und durch eine Spender-Hornhaut zu ersetzen (Hornhaut-Transplantation). Eine solche Operation ist jedoch eine Organverpflanzung mit den damit verbundenen Risiken und Komplikationen und ein angemessenes Sehvermögen wird häufig erst circa 2 Jahre nach der Operation erreicht. Zudem trifft die Hornhautverpflanzung beim Keratokonus zumeist junge Menschen, die mit der transplantierten Hornhaut noch viele Jahrzehnte leben werden, was heisst, dass das Transplantat über Jahrzehnte hinweg einwandfrei funktionieren muss.

In ausgewählten Fällen von Keratokonus, bei denen eine Kontaktlinsenunverträglichkeit besteht, kann durch die Implantation von Intrastromalen Cornealen Ringsegmenten (ICRS, Intacs, Keraring) eine Verbesserung der Hornhautgeometrie erzielt werden.

Weiters wird seit 2005 an der Universitätsaugenklinik Salzburg eine Behandlung angeboten, um das Fortschreiten des Keratokonus zu verhindern: CXL (Hornhautvernetzung)

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