Universitätsaugenklinik Salzburg
Universitätsaugenklink Salzburg Graue Star Operation


Da die Staroperation der am häufigsten durchgeführte operative Eingriff am Menschen überhaupt ist, kann man die Technik als weitgehend standardisiert und sehr risikoarm ansehen.

Über eine sehr kleine Öffnung (1,8 - 3,5 mm) in Lederhaut (Sklera) oder Hornhaut (Kornea) wird unter dem Mikroskop mit mikrochirurgischen Instrumenten in das Auge eingegangen, und bei weiter Pupille die vordere Kapsel der natürlichen Linse mit einem Durchmesser von etwa 5 mm entfernt (Kapsulorhexis). Dann erfolgt die "Phakoemulsifikation" (Zertrümmerung der Linsenkernsubstanz mit Ultraschall) und Absaugung der Rindenreste unter Belassung der Kapsel. Anschließend wird eine Kunstlinse eingesetzt. Diese sind üblicherweise aus elastischen Materialien (beispielsweise Silikonen oder Acrylkunststoffen) hergestellt. Deshalb kann man sie im gefalteten Zustand durch den kleinen Schnitt in das Auge einführen, wonach sie sich im Kapselsack entfalten, von selbst zentrieren und auch stabilisieren. Zu den abschließenden Schritten zählt auch das Injizieren eines vorbeugenden Antibiotikums in die Vorderkammer des Auges, eine Naht kann bei entsprechender Wundkonfiguration in den meisten Fällen entfallen.

Catop-Phako

Catop-IOL

Der Einsatz von Kunstlinsen (Intraokularlinsen, IOL)
Ohne das Einsetzen einer Intraokularlinse wäre eine schwere Starbrille zur optischen Korrektur erforderlich, mit etwa 10 bis 14 Dioptrien für die Ferne und einem weiteren Zusatz für die Nähe, was für alte Menschen durch Einschränkung des Gesichtsfeldes sehr hinderlich und wegen erhöhter Sturzgefahr durchaus auch gefährlich ist. Für die Erfindung der Intraokularlinse ist Sir Nicolas Harold Lloyd Ridley in England geadelt worden – mit Recht. Sie hat das Leben von Millionen Menschen in allen Kontinenten ganz wesentlich verbessert.

3 IOLs

Postoperativ werden im Standardfall für etwa vier bis sechs Wochen antibiotische und entzündungshemmende Augentropfen verschrieben und ca. nach drei bis vier Wochen bei der zweiten augenärztlichen Kontrolle die erforderliche Brille rezeptiert. Die Genauigkeit der gewünschten Korrektur ist heute durch hochpräzise präoperative Messungen (Biometrie) exzellent, in den allermeisten Fällen kann eine Emmetropie – d.h. ein guter Fernvisus ohne oder nur mit einer minimalen Brillenkorrektur erzielt werden.

Die Speziallinsen
Die Universitäts-Augenklinik Salzburg betreibt seit über einem Jahrzehnt klinische Forschung auf diesem Gebiet, weshalb den Chirurgen eine große Zahl von Speziallinsen zur Verfügung steht. Dadurch kann sehr genau auf die Anforderungen und individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen Patienten eingegangen werden. Hier sind insbesondere folgende Innovationen anzuführen:

• Spezielle asphärische Intraokular-Linsen führen nicht nur zu einem Anstieg der Sehstärke in den Normalbereich, sondern zusätzlich zu einer verbesserten Kontrastsehschärfe. Dadurch ist vor allem die Sicht bei schlechten Lichtbedingungen – also bei Dämmerung, Autofahren bei Nacht oder Nebel – deutlich besser als bei einer Versorgung mit einer Standardlinse.

• Multifokale Intraokularlinsen (d.h. Linsen mit mehreren Brennpunkten) bieten die Möglichkeit ein "Leben weitgehend ohne Brille" zu führen, wenn gewisse Nachteile in Kauf genommen werden: so ist die Sehstärke oft - gering - gegenüber einer Standardlinse reduziert, es können um Lichtquellen in der Nacht "Ringe" auftreten und auch mit gemindertem Kontrastsehen muß gerechnet werden. Für Patienten mit Multifokalen Intraokularlinsen kann eine weitgehende Unabhängigkeit von Brillen für Nähe und Ferne erreicht werden, sind aber für Kraftfahrzeuglenker, die viel in der Nacht unterwegs sind, nicht unbedingt zu empfehlen.

• Die Implantation "torischer" Linsen kann seit etwa zwei Jahren auch vorbestehende mittel- und höhergradige Hornhautverkrümmungen (Astigmatismus) im Rahmen einer Operation des grauen Stars gut korrigieren. Diese Linsen werden individuell angefertigt und sind ab etwa 2,0 Dioptrien Astigmatismus indiziert.

Der Nachstar
Als häufigste Folge einer Grauenstar-Operation kann es zur Ausbildung einer Trübung der hinteren Linsenkapsel mit entsprechender Sehverschlechterung kommen. Dieser „Nachstar“ entwickelte sich früher in bis zu 50 % der operierten Augen. Moderne Linsendesigns und Operationsverfahren haben die Häufigkeit dieser Trübung jedoch im Durchschnitt auf wenige Prozent gesenkt. Diese Trübung kann durch eine "Kapsulotomie" ambulant und schmerzfrei beseitigt werden, wobei bei weiter Pupille die hintere Linsenkapsel mit mehreren Impulsen eines speziellen Lasers eröffnet, und dadurch die optische Achse des Auges wieder freigegeben wird. Risiken bei dieser Behandlung sind sehr selten.

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