Universitätsaugenklinik Salzburg
Universitätsaugenklink Salzburg Okuloplastik


Rekonstruktive Lidchirurgie

Der häufigste bösartige Tumor im Lidbereich ist das Basaliom (Basalzellkarzinom). Therapeutisch wird bei einem heute üblichen zweizeitigen Vorgehen vorerst eine vollständige Tumorentfernung im Gesunden angestrebt. Erst nach histologisch gesichertem Befund erfolgt in einem zweiten Schritt die Lidrekonstruktion. Kleinere Defekte können im Rahmen einer Keilexzision meist direkt verschlossen werden, nach der Entfernung größerer Tumore sind oft aufwändige Rekonstruktionen nötig. Ein Standardverfahren zur Unterlidrekonstruktion ist die Hughesplastik, bei der eine gestielte und somit durchblutete Gewebebrücke aus dem Oberlid in den Unterliddefekt eingenäht wird.
Das vordere Lidblatt wird dann durch ein freies Hauttransplantat vom Oberlid ersetzt. Die Verwendung von Gaumenschleimhaut eignet sich besonders gut Gewebedefekte im Oberlid zu rekonstruieren. Neben der Tumorchirurgie kommt diese Technik vor allem nach Verätzungen oder Verbrennungen zum Einsatz, um im Rahmen der Rehabilitation die Lidstellung zu verbessern. Oft ist bei diesen Verletzungen auch die Transplantation von Mundschleimhaut zur Bindehautrekonstruktion nötig.

Orbitachirurgie

Diese beschäftigt sich mit krankhaften Veränderungen im Bereich der Weichteile rund um das Auge und der knöchernen Begrenzung der Augenhöhle.
Die häufigsten Tumore der Orbita sind Dermoide (Mischtumor, aus verschiedenen Gewebearten bestehend), Lymphome (Tumore, vom lymphatischen Gewebe ausgehend), Hämangiome (Blutschwämme), und Tumore die aus der Tränendrüse entstehen. Plattenepithelkarzinome die ihren Ausgang von den Nasennebenhöhlen nehmen, infiltrieren nicht selten die Orbita. Wichtigen Aufschluss über Ausdehnung und Dignität der Tumore gibt uns neben anderen bildgebenden Verfahren die Echographie (Ultraschall). Neben herkömmlichen Schallköpfen steht der Klinik ein Farbdopplerultraschallgerät zur Verfügung, mit dem Raumforderungen in der Orbita auf ihre Durchblutung untersucht werden können. Auch die dreidimensionale Darstellung von Tumoren ist dabei möglich und dient der Diagnostik und zielgerichteten Operationsplanung. Das chirurgische Vorgehen reicht von kleinen Eingriffen zur Gewinnung einer Gewebeprobe bis zur Exzision des Tumors im Ganzen. Da diese Raumforderungen häufig hinter dem Auge liegen ist ein interdisziplinäres Vorgehen anzustreben, um durch geeignete Zugänge zur Augenhöhle ein übersichtliches Operationsgebiet zu schaffen. Zur Orbitachirurgie gehört auch die Rehabilitation nach Enukleation (Entfernung des Auges) oder die Exenteration (Entfernung des gesamten Weichteilgewebes der Augenhöhle).

Trockenes Auge und Tränenwegschirurgie

Die Gründe für ein tränendes Auge liegen nicht immer am mangelnden Abfluss der Tränen, sondern hängen häufig mit einem trockenen Auge zusammen. Durch fehlerhafte Zusammensetzung des Tränenfilms trocknet die Augenoberfläche aus, reflexartig wird zu viel Tränenflüssigkeit in einem Schwall produziert, die dann auch von einem normal konfigurierten ableitenden Tränenwegssystem nicht aufgenommen werden kann. In diesen Fällen ist die Therapie mit Tränenersatzmitteln indiziert, die individuell auf den Patienten abgestimmt werden.
Sollte die Ursache für die Epiphora (Tränenträufeln) tatsächlich an einer Stenose (Engstelle) im Bereich der ableitenden Tränenwege liegen, ist für die Operationsplanung und Prognose die Art und Lage der Engstelle von Relevanz. Bei Stenosen im Bereich der Mündung des Ductus nasolacrimalis (Tränennasenganges) in die Nase entsteht häufig eine chronische Dakryocystitis (Tränensackentzündung) mit der Gefahr einer Dakryophlegmone (eitrige, sich diffus ausbreitende Infektion der Weichteile). In diesen Fällen ist eine Dakryocystorhinostomie nach Toti indiziert, bei der die Tränenwege über ein angelegtes Knochenfenster zur Nase hin rekanalisiert werden. Die Erfolgsrate liegt bei über 90 Prozent. Schlechter ist die Prognose für Patienten mit Stenosen im Bereich der ableitenden Tränenkanälchen, wo versucht wird, Engstellen mittels Ballondilatation zu erweitern.

Ästhetische Lidchirurgie

Im Alter zunehmende Schlupflider führen nicht selten zu einer Gesichtsfeldeinschränkung, die eine Operationsindikation aus medizinischer Sicht darstellen kann. An der Universitätsaugenklinik Salzburg wird jenen Patientinnen und Patienten, bei denen medizinischen Kriterien nicht zutreffen, und die aus rein kosmetischen Gründen diesen „elektiven“ Eingriff wünschen, die Blepharoplastik als "Selbstzahler" angeboten.
Bei der Oberlidblepharoplastik wird der überschüssige Haut- und Muskelstreifen und im Bedarfsfall überschüssiges Fettgewebe entfernt. Zeigt sich zusätzlich eine Brauenptose (tiefer stehende Braue), kann auch diese chirurgisch gehoben werden. Zur Korrektur der Unterliddermatochalasis (Schlupflider im Unterlid, fälschlicherweise spricht man in diesem Zusammenhang auch von "Tränensäcken") werden ebenfalls ein überschüssiger Hautmuskelstreifen und Fettgewebe entfernt. Hier ist besonders auf eine sorgfältige Dosierung zu achten, um das Entstehen eines Ektropiums (Auswärtsdrehen der Lidkante) zu vermeiden. Zur Operationsvorbereitung sind uns in allen Fällen eine umfassende Anamnese, Diagnostik und Fotodokumentation wichtig. Hoher Wert wird auf eine ausführliche präoperative Aufklärung und Beratung gelegt, genauso, wie auf die postoperative Betreuung, insbesondere im sensiblen Bereich der ästhetischen Lidchirurgie.

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